ZAHLENSPIELEREIEN IN CORONAZEITEN

ZAHLENSPIELEREI IN CORONAZEITEN 1

Stellt Euch vor, die Zahl der Einbrüche in Villen würde erst um 10 %, dann um 25 % steigen. Das Geschrei wäre groß. In der Zeit des Lockdowns die Zahl der Wegweisungen um diesen Prozentsatz gestiegen. Der Aufschrei blieb aus, als geringe Steigerung wurde es von Politik und Teilen der Presse angesehen. Geringe Steigerung, wenn die Gewaltschutzorganisationen um 43% mehr Anfragen verzeichnen, wenn die Frauenhäuser voll sind, wenn die eh schon beträchtlichen Hürden für Frauen ihre Männer anzuzeigen in der familiären Isolation noch viel höher werden.

Der Film von Anna Witt im Rahmen des steirischen hebstes thematisiert die Situation von Frauen während des Lockdowns.

https://www.paranoia-tv.com/de/program/content/431-hautfront

 

ZAHLENSPIELEREIEN IN CORONAZEITEN 2

Die Arbeitslosigkeit ist in den letzten Monaten gestiegen, aber 85% der Menschen, die durch die Coronakrise ihre Arbeit verloren haben, waren Frauen. Geschenkt das Argument, dass eben vor allem Branchen betroffen waren, in denen Frauen beschäftigt sind. Geschenkt auch, dass viele Frauen in systemrelevanten Berufen arbeiten und dafür auch belobigt wurden .Das macht die Situation  nicht besser, sondern zeigt, wie Frauen auf dem Arbeitsmarkt zum Spielball werden. Viel Frauenarbeit ist eben unbezahlt oder unterbezahlt.

Ein neues Lieblingslied aus den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts: Claire Waldhoff, Raus mit den Männern aus dem Reichstag

https://youtu.be/ma9_rPNIykE

 

ZAHLENSPIELEREIEN IN CORONAZEITEN 3

Lasst uns ´mal wieder über unbezahlte Arbeit reden. Während des Lockdowns wurden zusätzlich öffentliche Aufgaben ins Private verlegt, mit der selbstverständlichen Vorrausetzung, die Mama wird´s scho richten. Männer und Frauen leisteten 11 bis 15 Stunden bezahlte und unbezahlte Arbeit. Ja, Männer haben in Paarhaushalten während der Krise mehr Aufgaben übernommen, aber schauen wir uns die Zahlenverhältnisse über die angefallene Arbeit an: Frauen arbeiteten 14 ¼ Stunden, davon 9 ½ unbezahlt, Männer 13 ¾ Stunden, davon 7 Stunden unbezahlt. Das Ungleichgewicht hat sich nicht verringert.

Und Alleinerzieher*innen haben mit 15 Arbeitsstunden pro Tag, davon 9 unbezahlt, besonders erschöpfende Arbeitstage.