Nein zur vorzeitigen Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen!

Stellungnahme des Grazer Frauenrats zur geplanten Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen

NEIN zur vorzeitigen  Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen!
 

Die aktuelle Diskussion um die Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen geht an der Lebensrealität der Frauen vorbei.
 

 Schon jetzt haben Frauen ab 45 Jahre kaum mehr Chancen am Arbeitsmarkt. Das erwartete und angepeilte Sparpotenzial für die Pensionskassen würde sich nur zu den AMS-Kassen verlagert  und dem Staat nichts ersparen.
 Die „Gehaltssprünge“ in den letzten Arbeitsjahren betreffen statistisch gesehen nur Männer.
 Die faktische Gleichstellung von Frauen und Männern ist weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich hergestellt: es gibt nach wie vor massive Benachteiligungen für Frauen während (!) der Erwerbstätigkeit, z.B. Einkommensunterschiede Frauen (1/3  weniger als Männer), spätere ca. 40 % weniger Pension,  ungleiche Verteilung von unbezahlter Arbeit im Haushalt und bei den Betreuungspflichten, gläserne Decken, etc.; die entsprechenden Daten dazu sind hinlänglich bekannt.
 

Die Schraube beim Pensionsantrittsalters für Frauen anzusetzen bedetet schlicht „mehr vom selben“, statt einer Strategie, die darauf basiert, Überlegungen anzustellen, wie unsere Gesellschaft auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes, der Wirtschaft und der demografischen Entwicklung reagieren sollte!

Sich an der Lebensrealität von Frauen (und Männern) zu orientieren, würde bedeuten:
 Gleichstellung von Frauen und Männern im Beruf (Angleichung der Einkommen) und Familie schneller vorantreiben.
 Wiedereinführung der Berechnung des Pensionsanspruches nach den besten 15 Verdienstjahren, Verbesserte Anrechnung der Kindererziehungszeiten, Väterkarenz für Männer verbessern und Papamonat auch in der Privatwirtschaft einführen.
 Einführung einer 30 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich
 Frauen und Männer nicht als Kostenfaktor auf zwei Beinen sehen, sondern als StaatsbürgerInnen mit Recht auf Beständigkeit der Gesetzgebung (Wahrung des Vertrauensgrundsatzes)

 Die Stellungnahme des Österreichischen Frauenrings (ÖFR, Dachverband österreichischer Frauenvereine), finden Sie >>hier<<