Der Frauenpolitik eine Richtung geben (25.2.2019)

Seit 31 Jahren begleitet der Grazer Frauenrat Politik und Gesellschaft in Graz und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass notwendige Schritte für Frauen in Graz gesetzt wurden. Die Vertreterinnen des Frauenrats haben durch ihre Arbeit und ihr Engagement direkten Kontakt zu den Anliegen von Frauen und können deshalb theoretisch und praktisch ausgezeichnet beurteilen, wie Fortschritte in der Gleichstellungspolitik erreicht werden können.

Der in der letzten Woche neu gewählte Vorstand vereint Erfahrung und neue Ansätze und wird noch nicht abgearbeitete feministische Themen aufgreifen und für Erneuerungen die Richtung angeben.

Aktuell und dringend heißt das für die Grazer Politik:

  • Verbot sexistischer Werbung im ganzen Stadtbereich
  • Frauenquoten in der städtischen Politik und Verwaltung und in den städtischen Unternehmen wieder einführen (Parité-Gesetz)
  • Ausreichende und langfristig gesicherte Ressourcen für die Grazer Fraueneinrichtungen
  • Finanzierung von Personalkosten- und Organisationskosten des Grazer Frauenrats, der seit 4 Jahren ausschließlich ehrenamtliche Arbeit leistet.

Gleichstellung von Frauen und Männern muss in Graz wieder zum Thema werden. Kritische, frauenpolitische Aktivitäten sind für eine gleichstellungsorientierte Stadtentwicklung unumgänglich. Alles andere führt zum Verlust von wichtigen Errungenschaften und verhindert, dass (immer noch) aktuellen frauenpolitischen Herausforderungen wie Gender PayGap, ungleiche Verteilung von Betreuungsaufgaben, (sexualisierte) Gewalt und Sexismus, begegnet werden kann.

Lassen wir im Jahr ihres 80. Geburtstags noch einmal die legendäre Johanna Dohnal zu Wort kommen:

"Nur eine Frauenorganisation, die lästig ist, hat eine Existenzberechtigung".

(anlässlich der Präsentation der Studie "Beharrlichkeit, Anpassung und Widerstand, 1993)

Barbara Kasper

Ingrid Erlacher

Daniela Grabe

Gertrude Peinhaupt

Sarah Schindlbacher