Gegen sexualisierte Gewalt an Frauen. immer. überall. - Wir sprechen selbst

Aufruf zur Kundgebung am 16.1.2016 um 14.00 in Graz
Aufruf zur Kundgebung am 16.1.2016 - Hauptplatz Stadt Graz

 

Diese Kundgebung bietet die Möglichkeit, ein deutliches Zeichen zu setzen:

Für die selbstbestimmte und unversehrte Freiheit von Frauen – gegen den Missbrauch dieses Themas für rassistische Hetze.

Wir treten schon lange und eindeutig gegen sexualisierte Gewalt auf. Mit „Köln“ zeigt sich jedoch, wie notwendig es ist, offen über neue Erscheinungsformen und deren Konsequenzen zu sprechen, dabei aber klare Grenzen zu ziehen: Gewalt gegen Frauen ist eine Tatsache, die Frauen immer und überall betrifft. Sie eignet sich nicht für pauschale Schuldzuschreibungen und rassistisch motivierte Hetze.

Wenn Ihr diesen Aufruf offen unterstützen wollt, dann antwortet an frauenkundgebung.graz@gmail.com ob ihr unter Angabe Eures Namens oder des Namens Eures Vereins oder beidem als UnterstützerInnen der Kundgebung aufscheinen wollt.

Wer wir sind.

Wir sind Frauen, auch Männer aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und setzen uns für Gerechtigkeit innerhalb und zwischen den Geschlechtern und für eine offene, faire Gesellschaft ein. Wir engagieren uns gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt. Wir treten ein für die Freiheit und die Rechte von Frauen, für die Feministinnen jahrzehntelang gekämpft haben.

Was uns bewegt.

Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und anderswo schockieren uns und machen zutiefst betroffen.

Sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen findet immer noch täglich statt: Die Täter leben im privaten Haushalt, im Freundeskreis, bewegen sich auf öffentlichen Plätzen, in Bus und Straßenbahn,  im Internet und am Arbeitsplatz. Unabhängig davon, von wem die Gewalt ausgeht und wo die Tat stattfindet, sie darf keinesfalls hingenommen, totgeschwiegen oder wie derzeit nur als Argument für Rassismus und Verhetzung missbraucht werden.

Es muss klar sein, dass Gewalt gegen Frauen immer und überall eine Straftat ist. Es muss klar sein, dass Gewalt gegen Frauen immer und überall konsequent verfolgt werden muss. Es muss klar sein, dass Gewalt gegen Frauen immer und überall gerichtlich zu verurteilen ist. Der Staat ist dazu verpflichtet, jegliche Form von Gewalt zu verhindern. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen darf niemals bagatellisiert oder vernebelt werden. Und es muss klar sein, dass nicht die Frauen für sexualisierte Gewalt verantwortlich zu machen sind. Dazu braucht es für die Betroffenen die bestmögliche Unterstützung und Begleitung. Immer und überall.

Was wir wollen.

  • Stopp des Missbrauchs  von Gewalt an Frauen für Rassismus und Hetze.
  • Bestmöglicher Schutz vor jeder Form von Gewalt und Information über Rechte und Pflichten in allen sozialen Einrichtungen, auch in den Flüchtlingsunterkünften.
  • Ausbau von Beratung, Begleitung und Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt.
  • Schulung von Polizei und Justiz zur Früherkennung und für eine konsequente Strafverfolgung.
  • Frühzeitige, geschlechtersensible Pädagogik und Aufklärung.
  • Zivilcourage von Zeuginnen und Zeugen sexualisierter Gewalt.
  • Offensive öffentliche Aufklärungsarbeit über Sexismus und sexualisierte Gewalt durch Behörden, Initiativen und Medien.

Alle Menschen sollen sich von klein auf, unabhängig von ihrer Ethnie, sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität, Religion, Behinderung oder Lebensweise sicher fühlen und vor verbalen, körperlichen und strukturellen Übergriffen geschützt sein: egal ob auf der Straße, zu Hause, bei der Arbeit oder im Internet. Ausnahmslos.

Das sind die Grundlagen einer freien Gesellschaft.

Setzen wir ein Zeichen gegen Sexismus und Gewalt. Und setzen wir ein Zeichen dagegen, in unseren Interessen von rassistischen Bewegungen instrumentalisiert zu werden!

Initiatorinnen: Lisa Rücker, Grüne Stadträtin und Brigitte Hinteregger - für das Unabhängige Frauenbeauftragten Kollektiv

 

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