Graz braucht keine Frauenpolitik - Stellungnahme des Vereins Grazer Frauenrat

Viel hören wir in diesen Tagen nach der GR –Wahl über mögliche Koalitionen, mit wem Bgm. Nagl kann oder nicht kann.  Zudem wissen wir jetzt von den dringlichen Wünschen, wer welche attraktiven Ressorts haben möchte, Qualifikation Nebensache.  Die FPÖ will ein gut eingespieltes Wohnungsressort haben, dafür den ungeliebten Verkehr loswerden.  Bgm. Nagl will wieder zusätzlich zu seinem Bgm.-Job die Finanzen übernehmen. Dafür war er ja schon zuständig bevor er Bgm. wurde und ist somit schon seit damals für den Schuldenstand der Stadt Graz hauptverantwortlich.

Das Sozialressort, das wegen der steigenden Pflichtausgaben wenig Spielraum für Eigenprofilierung lässt,  zählt zu den unbeliebten Ressorts. Über die Kultur wird spekuliert, wer von außen geholt werden könnte – immerhin Frauen. Das Überlaufen und ins Spielbringen eines möglichen Kulturstadtrats, des ehemaligen SPÖ Stadtrats Grossmann zur ÖVP wird somit spätestens jetzt als ein Wahlkampfbluff entlarvt.  Umwelt verlangen naturgemäß die Grünen.

Nur das Frauen- und Gleichstellungressort findet keinerlei Erwähnung. In Graz sind die Frauen anscheinend gleichberechtigt. Es gibt gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, Stadtregierung, AmtsleiterInnenposten,  AufsichtsrätInnen (Holding) sind paritätisch besetzt, Gewalt gegen Frauen gibt’s nicht mehr, Chancengleichheit in Bildung und Ausbildung ist selbstverständlich flächendeckende Kinderbetreuung für berufstätige Mütter kein Problem, leistbares Wohnen bei niedrigerem Einkommen von Frauen umgesetzt  etc…

Es braucht also keine Frauen- und Gleichstellungspolitik in Graz.  Und im Übrigen sind die Frauen wie in der Sprache ohnehin überall mitgemeint.

Wir vom Verein Grazer Frauenrat und mit uns viele Grazer Frauen haben die Diskussionen über uns und unsere Anliegen und die Lippenbekenntnisse  bezüglich  Gleichberechtigung so satt. Wir wollen eine adäquate Vertretung, eine qualifizierte, erfahrene Ansprechperson, der wir vertrauen können, dass sie sich jenseits aller parteipolitischen Männer -  Machtspielen uneingeschränkt für die Frauen einsetzt. Und selbstverständlich fordern wir eine ausreichende Dotierung des Frauen- und Gleichstellungsressorts .

Für den Verein Grazer Frauenrat

Irene Windisch (Obfrau)