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Equal Pay Day

Equal Pay Day – Tag der Entgeltgleichheit 

Frauen verdienen in Österreich um rund 25 % weniger als Männer. Der Equal Pay Day – der Tag der Entgeltgleichheit, der auf diesen Missstand aufmerksam machen soll, fiel im Jahr 2011 auf den 4. Oktober (2010: 29. September).  An diesem Tag haben unselbständig beschäftigte Männer das verdient, was Frauen erst am Jahresende am Lohnkonto haben werden. Diese Lohnungleichheit zieht sich durch alle Arbeitsbereiche und Branchen. Zudem ist die Gehaltsschere in den vergangenen Jahren nicht kleiner, sondern größer geworden. Österreich liegt im EU–Vergleich an vorletzter Stelle.

Die Ursachen für die Lohnunterschiede sind vielfältig:
 

  • Schlechtere Bezahlung in frauendominierten Branchen
  • Eingeschränkte Berufswahl bei Mädchen
  • Benachteiligung bei betriebsinterner Aus- und Weiterbildung
  • Verbleibdauer im Betrieb
  • Ungleiche Verteilung von Hausarbeit
  • Geringer Frauenanteil in Führungspositionen
  • Zunehmende Teilzeit bei Frauen
  • Berufsunterbrechungen/Wiedereinstiegsprobleme wegen Kinderbetreuung oder
  • Betreuung von Angehörigen

Auch unter Berücksichtigung all dieser Faktoren sind diese nur für einen Teil der Lohnungleichheit verantwortlich. Mehr als die Hälfte der geschlechtsspezifischenGehaltsunterschiede bleiben unerklärt und sind offenbar in der tatsächlichen Diskriminierung weiblicher Arbeitsleistung zu finden.

Maßnahmen zur Beseitigung von Lohnungleichheit zwischen
Männern und Frauen:

  • Einkommenstransparenz in allen Betrieben
  • Aufbrechen von geschlechterspezifischen Stereotypen
  • Berufsorientierung für Jugendliche zur Beseitigung ihrer geschlechtertypischen Berufswahl (Mädchen in „Männerberufe“, aber auch Burschen in „Frauenberufe“)
  • Ausbau von bedarfsgerechten Kinderbetreuungseinrichtungen und ganztägigen Schulformen
  • Erhöhung der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung von Frauen
  • Förderung von beruflicher Aus- und Weiterbildung und des Wiedereinstiegs
  • Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen; Quoten in Aufsichtsräten und Führungspositionen
  • Neubewertung von Arbeit zur Aufhebung der Gehaltsdiskrepanzen zwischen typisch weiblichen und männlichen Branchen (z. B. Aufwertung personenbezogener Dienstleistungen wie Pflege, Kinderbetreuung)
  • Beseitigung der ungleichen Verteilung von Hausarbeit (Schlagwort „Halbe-Halbe“)
  • Öffentliche Auftragsvergabe und Wirtschaftsförderung gekoppelt an Gleichstellungsmaßnahmen in Betrieben