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Behinderung

Menschen mit Behinderung sind nicht geschlechtslos. Es sind Frauen und Männer.
Die Datenlage zu Frauen mit Behinderung ist in Österreich sehr dünn gesiedelt.
31,3% der weiblichen und 28,4% der männlichen Bevölkerung sind in irgendeiner Weise körperlich beeinträchtigt. Mit steigendem Alter nehmen die körperlichen Beeinträchtigungen zu, bei den unter 5-jährigen sind es 5,5% bei den über 80-jährigen Personen schon 84,9%.
27,2% der körperbehinderten Frauen leben alleine, bei den Männern sind dies nur 11,6%.
Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit
26,5% der körperbehinderten sind erwerbstätig (bei den Männern 45,5%) und 48% sind Pensionistinnen (nur 42% der Männer befinden sich in Pension). Auch Frauen mit Behinderung verdienen wesentlich weniger als Männer, wobei insbesondere der Faktor „schlechtere Berufseintrittschancen" zum tragen kommt. Frauen mit Behinderung (und auch ohne Behinderung) bekommen weniger Arbeitslosengeld und Notstandshilfe als Männer, wobei der Unterschied mit zunehmendem Alter größer wird.
Frauen und Männer nehmen behindertenspezifische Leistungen anders und seltener in Anspruch als Männer. Am ersten Arbeitsmarkt sind Frauen mit Behinderung bisher in viel geringerer Zahl vertreten als Männer. Das Verhältnis ist etwa vierzig zu sechzig Prozent.
Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderungen:
Behinderten Frauen und Mädchen wird häufig jegliche Sexualität abgesprochen. Sie machen auch ständig die Erfahrung, dass nicht behinderte Fachpersonen angeblich besser wissen, was für sie richtig ist. Sie können nicht entscheiden, wann sie in der Früh aufstehen wollen, was und wann sie essen wollen und wer ihnen bei der Körper- und Intimpflege hilft. Sie müssen sich immer den Gegebenheiten anderer anpassen, daher ist eine selbstbestimmte Sexualität nicht möglich. Diese Bedingungen machen es oft schwierig, sexueller Gewalt als solche zu erkennen und zurückzuweisen. Mitte der 90er Jahre wurden in österreichischen Einrichtungen der Behindertenhilfe Frauen zwischen 17 und 69 Jahren zum Thema sexuelle Gewalt befragt und 64% der größtenteils lernbehinderten Frauen berichteten über sexuelle Gewalt, die sie erlebt haben. Die Wahrscheinlichkeit von sexueller Gewalt betroffen zu sein liegt bei mindestens 50%. Frauen, die in Einrichtungen aufwachsen, haben deutlich mehr Gewalterfahrungen als Frauen, die nicht in Einrichtungen leben. Die meisten Gewaltakte, so eine europäische Studie aus dem Jahr 1999, kamen nicht zur Anzeige, da die Opfer davon ausgingen, dass eine Anklage keinen Sinn ergebe. Die strukturelle Verschlossenheit der Gesellschaft und ihren Institutionen gegen lernbehinderte Menschen, sowie der Mangel an psychosexueller Aufklärung und sexueller Begleitung von Frauen mit Lernbehinderung sind Bedingungen für die hohe Gewaltrate.

Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist ein Menschenrecht. Regelungen dazu finden sich in verschiedenen Gesetzen; die 3 wichtigen Gesetze, die Personen mit Behinderung vor Diskriminierung schützen sind das

  • Bundes-Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz
  • Behinderten-Einstellungs-Gesetz
  • Bundes-Behinderten-Gesetz.

Tipps:
Behindertenanwaltschaft : Beratung und Unterstützung in Gleichbehandlungsfragen

Projekt "be_gender" des Frauengesundheitszentrum Graz

Frauen mit Behinderung, Stadt Wien